Kieler Radsport Verein

Stevens Cyclocross-Cup – Abschlussrennen in Buchholz, 20.01.2019, Ein Fazit

Am letzten Sonntag hieß es ein allerletztes Mal ab in die Kälte und an den Start des Stevens Cyclocross-Cups. Das Rennen in Buchholz war das letzte der Serie hier im Norden und auch das letzte Crossrennen in Deutschland. Seit September gab es alle paar Wochenenden viel Trubel und Sportbegeisterung zu erleben. In Buchholz war eindeutig ein Stückchen Wehmut in der Luft zu verspüren. Bei eisigen Temperaturen weit unter null Grad gab es einen festgefrorenen, rutschigen Kurs mit vielen Höhenmetern zu meistern.

 

Viele Kurven, Wurzeln, Steilpassagen und Mulden sowie Treppen und Hürden sollten zum Erhalt einer angenehmeren Körpertemperatur beitragen. Wenn da nur nicht die Finger und Zehenspitzen wären… In allen Klassen gab es zahlreiche Starter/innen und die Stimmung war trotz Kälte auch neben der Strecke von Begeisterung geprägt. Der Kieler RV hatte diese Saison schon viel zu feiern im Cross: etliche Siege, Podestplätze und spannende Zweikämpfe während der Rennen. Auch die allgemeine Teilnahme war groß. In den Jugendklassen, bei den Frauen, bei den Senioren und in den Hobbyklassen waren stets KRVer/innen vertreten und bewiesen ihr Geschick im Querfeldeinsport. Neben dem Wettkampfgeist, ist im Cross aber ganz deutlich auch ein familiärer Zusammenhalt zu spüren. Vor und nach den Rennen werden Freundschaften und Kameradschaften gepflegt, im Rennen wird man zum/r Konkurrenten/in. Alle sind da um den Sport zu feiern, die Begeisterung ist bei jedem noch so schlechten Wetter und noch so anstrengenden Kurs bei allen zu spüren. Buchholz bietet die letzte Gelegenheit diesem Sport zu huldigen und die Gemeinschaft zu feiern. Dazu gehören auch alle hinter den Kulissen, die Organisatoren/innen, die Eltern, Kinder und Freunde an der Strecke, die ihre Lungen zum Anfeuern ausreizen, die Vereine die sich um die Strecken kümmern und jedes Mal tolle Kurse zaubern. Das Herzrasen am Start, das brennen in der Lunge beim Rennen und die Extraportion Wums die einen die Anfeuernden in die Beine treiben – Limit und Passion werden zu einem mitreißenden Cocktail.

Im Anschluss an das Rennen fanden die Ehrungen der Gesamtwertungen statt. Der Kieler RV durfte gleich mehrfach feiern: Arvid Peper gewinnt die Gesamtwertung der U11 mit einer ganz starken Saison! Sein Bruder Henning konnte den 5. Platz für sich entscheiden. Weiter geht es mit John Rupprecht auf dem 6. Platz. Sein Bruder Jim sicherte sich mit unermüdlichem Kämpfergeist den 3. Podiumsplatz der Gesamtwertung. Bernhard, unermüdlich bei jedem Rennen am Start, auch von Stürzen und Materialproblemen nie von seiner Begeisterung abzubringen, darf den 2. Platz der Gesamtwertung feiern. Viktoria fuhr ihre erste Cross-Saison und siegte in der Hobbyklasse der Frauen. Unser starker Mann Sebastian, der eine Bilderbuchsaison präsentierte, siegte überlegen in der Hobbyklasse der Männer. Stan, konnte sich im Laufe der Saison stetig verbessern und schaffte den Sprung auf den 5 Platz. Kay war bei fast allen Rennen am Start und schnappte sich den 8. Platz.

Fazit: 3 Gesamtsiege, viele Rennsiege, Podestplatzierungen und sowieso jede Teilnahme ein Sieg für sich, weil jede/r stets alles gegeben hat!

Der Kieler RV wird nun noch zur Cross-Weltmeisterschaft nach Dänemark aufbrechen um ein letztes Mal den Sport zu feiern, den wir diesen Winter so glorreich betrieben haben. Und dann heißt es den Sommer über die Runden zu bringen, um in 247 Tagen erneut in Cyclocrossmanier jeden Kurs am Limit zu bewältigen.

Das sagen die KielerRVer/innen zum Cyclocross:

„Matsch. Kälte. Hürden. Sand. Materialmord. Blutgeschmack. Wurzeln. Treppen. Puls am Anschlag. Radbeherrschung im Grenzbereich. Für die einen pure Abschreckung, für die anderen der Traum vom norddeutschen Winter. Letztere wissen das bizarre Gute zu schätzen und warum dieser faszinierende Sport in Belgien tausende Fans an die Strecken lockt.“

  • Sebastian über den Cyclocross-Sport

 

„In einigen technischen Passagen vielleicht mal eine andere Linie versuchen; Bunny Hop verbessern; Am Start besser in die Gänge kommen„

„Persönlich hätte ich mir mehr Matsch und Regen gewünscht… aber man kann eben nicht alles haben.“

  • Kays Gedanken zur vergangenen und nächsten Saison

 

„Auf dem Rad über neue Wege durch Wälder und über Felder – ganz ohne Autoverkehr! Das will ich immer erleben… und mein Bestes geben in den Crossrennen auf abgesperrten und gut präparierten Kursen.“

  • Bernhard über die Vielseitigkeit des Sports

 

„Das Schöne am Cross ist, dass der Winter gefühlt nicht so lang ist, bis man wieder auf die Straße kann.“

  • Reyk sieht’s positiv

 

„Nur quer bist wer. Viel gelernt und mit den anderen querverrückten Kieler RVlern eine super Saison gehabt.“

  • Stan freut sich über die Cross-Gemeinschaft

 

„Beim Cross geht es um die den Mittelweg zwischen völliger Verausgabung und Konzentration, um dennoch die Feinheiten des Kurses verstehen und meistern zu können. Technik und Kraft, darauf kommt es an. Das Rad zu beherrschen, muss sich so vertraut anfühlen wie der eigene Körper – dann kann jeder Kurs zum Spielplatz werden.“

  • Viktoria zur Vielschichtigkeit der Crosswettkämpfe

 

„Fahren im Dreck, fahren im Wald, fahren bei Schnee und Eis, das ist Crossfahren. Das hört sich nicht sehr reizvoll an, mir macht es aber richtig Spaß. Es ist ein intensiver Sport und genau das Richtige für den Winter, wenn lange Fahrten auf der Straße zur ermüdenden Qual ausarten. Jeder, der gerne Radsport betreibt, sollte das Fahren im Gelände einmal ausprobieren. Man kann eine Menge Spaß haben und bewegt sich abseits des nervigen Autoverkehrs in der Natur. Die Stevens-Cup Cross-Serie halte ich für eine tolle Sache. Diese Rennen motivieren mich immer wieder zum Training und helfen mir meine Fitness im Winter zu erhalten und auch ganz gezielt an der Fahrtechnik zu arbeiten. Ich bin wirklich froh, dass es hier im Norden so etwas gibt und Cyclocross sich bei uns seinen festen Platz erobert hat.“

  • Peters Begeisterung

 

Von Viktoria Arndt am 28.01.2019
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