Kieler Radsport Verein

Ausflug zur Cross-WM nach Dänemark

Am vergangenen Wochenende 2.- 4. Februar 2019) fanden die Cyclocross-Weltmeisterschaften im dänischen Bogense statt. Da sich die Gelegenheit in solcher Nähe eine WM zu besuchen nicht so oft bietet, konnte man sich das Spektakel nicht entgehen lassen. Ein nettes Bauernhaus wurde gemietet und über das Wochenende zu siebt bezogen. Weitere KRVer reisten einzeln für die Rennen am Samstag oder Sonntag an.

Nach einem gemütlichen Frühstück und erster Vorfreude, ging es direkt zum ersten Rennen - der U19 – aufs Gelände. Einige von uns hatten am Tag zuvor schon den Kurs befahren und besichtigen können. Einige steile Stellen führten zu Mutmaßungen, ob befahrbar oder nicht. Wir sollten es herausfinden. Die U19 schenkte sich nichts, ein erbitterter Kampf um den Titel des Weltbesten Juniors. Wir gaben alles um anzufeuern, die besten Ecken zu finden um möglichst nah an das Spektakel heranzukommen und probierten verschiedene Stellen aus, um genau zu schauen, wie man diesen Kurs am besten bewältigen konnte. Einen Zacken schneller fuhr dann anschließend die U23. Wer jetzt noch nicht im Cross-Bann war, hatte nur noch eine Gelegenheit am ersten Tag: das Rennen der Elite-Frauen. Nach einer gemeinsamen Stärkung in einem niedlichen, dänischen Kaffee (Bogense hat wohl noch nie so viele Menschen beherbergt wie an diesem Wochenende), war unsere Truppe bereit den besten Posten zu beziehen, um den Frauen zuzuschauen und sie mit aller Kraft anzufeuern. Ein erbitterter Kampf zwischen den besten Crosssportlerinnen der Saison. Bis zum Ende blieb es spannend und ein hartes Rennen. Beim Cross ist das Rennen nicht gewonnen, nur weil man vorne fährt. So erwischte es zum Beispiel die japanische Starterin (allerdings nicht ganz vorn im Feld) und sie musste ihr Rad eine halbe Runde bis zur Wechselzone auf der Schulter tragen. Kampfgeist sollte an diesem Wochenende nicht zu kurz kommen. Marianne Vos, Sanne Cant und Lucinda Brand lieferten sich einen erbitterten Kampf – den Sanne Cant gewinnen sollte. Einige von uns waren vor dem Rennen im FahrerInnenlager gewesen und hatten sich ein wenig in das Material verlieben dürfen, auf dem nun zentimeterweise der Matsch klebte. Für Fanselfies war auch noch Zeit. Auch der Regen blieb nicht aus und verwandelte den Kurs von einer Graslandschaft in eine matschige Spielwiese. Die Fans waren unermüdlich und das Wetter änderte nichts an der Stimmung.

Zufrieden und erschöpft wurde gemeinsam gekocht und der Abend damit verbracht, auszuwerten, zu klönen und sich auf den nächsten Renntag zu freuen.

Dieser begannt sonnig und mit dem Rennen der U23-Frauen. Heute war die Anlage deutlich voller. Noch mehr kostümierte, noch mehr oranje und noch lauter: Die Stimmung ging durch Mark und Knochen. Der aufgeweichte Kurs lieferte ein Fest an Crosskönnen. Jede kämpfte um jeden Platz, selbst die letzte wurde grölend über den Parcours begleitet. Das Podium: 3 Mal oranje. Mittags wurde wieder eine kleine Stärkung im beschaulichen Stadtinneren eingenommen, ehe es darum ging, sich einen geeigneten Platz für das finale Rennen zu suchen. Im Publikum wurden einige bekannte Gesichter entdeckt – jene, die es sonst auch zum Stevens Cross Cup verschlägt. Auch der KRV war heute zahlreicher vertreten und feierte diesen Sport, der als Randsportart ein völlig unterschätztes Dasein fristet.

Der beste deutsche Fahrer, Marcel Meisen, startete im vorderen Feld und konnte sich im Laufe des Rennens mit viel Biss und unglaublicher Stärke nach vorne arbeiten. Die Massen waren beglückt vom erbitterten Kampf zwischen den drei Favoriten: Wout van Aert, Mathieu van der Poel und Toon Aerts. Genau diese drei sollten das Podest unter sich ausmachen. Van der Poel zeigte Cyclocross in Perfektion. Van Aert, von den Massen getragen, kämpfte mehr mit dem Frust nicht mehr gewinnen zu können, als mit dem Kurs. Und Toon Aerts zeigte, was es heißt niemals aufzugeben und schaffte es Runde um Runde immer dichter an van Art heranzukommen. Bis es schließlich dazu kam und er sich auf der zweiten Position befand. Die letzte Abfahrt, die letzte Steile Kurve und: Toon Aerts Hinterrad rutschte weg und damit auch die Chancen auf die Silbermedaille. Cross ist eben nicht gewonnen, nur weil man vorne fährt. Marcel Meisen schaffte den Sprung in die Top 10 und zeigte damit, dass Deutschland sehr wohl gute Crossfahrer hervorbringen kann.

Die Fangesänge gingen weiter (allerdings vornehmlich aus niederländischen Mündern), die Trommeln trommelten und das Wochenende neigte sich dem Ende zu. Viel Begeisterung, Leidenschaft und Kampfgeist hatten die beiden Tage gefüllt. Die Vorfreude auf die Cross-Saison 2019/20 ist ungebrochen…

Von Viktoria Arndt am 10.02.2019
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